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Palazzo Barberini

Der Palazzo Barberini ist der richtige Ort für Opulenz-Liebhaber. Der barocke Palast in Rom an der Via Quattro Fontane  beherbergt nicht nur einen Teil des Kunstmuseums Galleria Nazionale d’Arte Antica sondern auch ein monumentales Deckenfresko und besitzt einen Garten im Barock-Stil.
Man erreicht den Palazzo einfach über die gleichnamige Metro Station der Linie A „Barberini – Fontana di Trevi“ am Piazza Barberini, von dort aus geht man ca. 5 Minuten zu Fuß.  Über einen Hof mit Palmen und einem Brunnen wird man von der aufwendigen barocken Fassade  des Gebäudes empfangen. Glücklicherweise ist das Museum nicht besonders überlaufen und damit eine gute Alternative zur beliebten Galleria Borghese,  (hier ist es nötig Karten zu reservieren und selbst dann muss man noch anstehen, um diese abzuholen). Im Palazzo Barberini hingegen ist auch ein spontaner Besuch möglich.

Auf drei Etagen zeigt das Museum bedeutende Kunst vom 12. Jahrhundert bis zum Neoklassizismus, darunter tolle Werke u. a. von Raffael, Tintoretto, El Greco, Hans Holbein dem Jüngeren und Caravaggio. Von Caravaggio gibt es zwei beeindruckende Gemälde zu sehen: den selbstverliebten Narziß sowie die schöne Judith beim blutigen Köpfen des Holofernes. Wer weiter auf den Spuren Caravaggios wandeln möchte, ist in Rom am richtigen Ort. Zahlreiche Bilder des Malers sind in Gemäldesammlungen wie der Galleria Borghese, Pinacoteca Capitolina, Galleria Doria-Pamphilj oder eben dem Palazzo Barberini zu sehen. Zusätzlich trifft der Rom-Besucher  unterwegs immer wieder auf Kirchen, die Meisterwerke Caravaggios frei zugänglich beherbergen, wie Santa Maria del Popolo, Sant’Agostino oder San Luigi dei francesi.

Caravaggio

Neben den Caravagios hat der Palazzo Barberini aber noch aus einem zweiten Grund das Prädikat „Lieblingsmuseum“ verdient: Besonders beeindruckt hat mich das Deckenfresko im Salone grande von Pietro da Cortona!  Es zeigt mythologische Szenen vor einer aufwendig gemalten Architektur (Quadraturmalerei), die sich zum Himmel hin zu öffnen scheint (Cielo aperto).  Hier kann man einige Zeit damit verbringen,  die „Allegorie der göttlichen Vorsehung“ zu betrachten und sich in die unzähligen Details zu vertiefen – einfach hinlegen und genießen! Der Saal bietet hierfür extra vorgesehene Liegen, auf denen man es sich gemütlich machen kann.

Inhaltlich verbildlicht das Fresko die Verherrlichung  der regierenden Papstfamilie Barberini (zu erkennen an den Bienen, dem Wappentier der Barberini, zusammen mit den päpstlichen Schlüsseln im Bildzentrum). Diese war gleichzeitig Auftraggeber des Baus. Die zwei Neffen von Papst Urban VIII, Taddeo Barberini und sein Bruder Francesco Barberini, hatten den Palast von den namenhaften Architekten  Carlo Maderno und Gian Lorenzo Bernini erbauen lassen. Ebenfalls beteiligt war Francesco Borromini, der u.a. die spiralförmige Treppe im Südflügel entworfen hat.
Nach einer 60-jährigen (!) Renovierungsphase  sind seit 2011 endlich wieder alle Räume für Besucher geöffnet.

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